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Freitag, 24. März 2017

Kleine Wunder bei ALS

Gestern besuchte mich mein ALS-Patienten aus Süddeutschland wieder in der Praxis, den ich 4 Wochen nicht gesehen hatte. In senen Mails hatte er mit bereits signalisiert, dass er mehr Hilfe beim Anziehen brauche, die Teller nicht tranportieren könne, eine Tasse mit vollem Inhalt verschütte. Er sei so mutlos und verzweifelt und sagte mir, hätte unendliche Angst.

Auf der anderen Seite, schrieb er mir, hätte er mehr Energie in diesem Monat und könne mehr am Alltagsleben teilnehmen. Seit Sportprogramm, einmal in der Woche Circuit-Training, habe er weiterhin geschafft! Sein Gewicht habe er ebenfalls gehalten!

Als ich ihn jetzt persönlich sah, muste ich ihm Recht geben: Seine Handmuskeln waren mehr atrophiert als vorher.Er ging mit riesigen Schritten kräftig vor mir her ins Sprechzimmer. Beim Atmen hob er etwas mehr die Schultern an beim Einatmen.

Im Hinausgehen, kurz bevor er zur Infusion das Zimmer verlassen wollte, drehte er sich noch einmal um und sagte mir: 

Und wissen Sie, was die Physiotherapeutin mir verraten hat? In dem Monat, in dem ich jetzt trainiert habe, hat sie die Gewichte kontinuierlich gesteigert! Ich bat sie um Steigerung bei 2,3 Geräten - aber sie hat alle gesteigert!

Wenn das kein Therapieerfolg ist!!!

Donnerstag, 5. Januar 2017

ALS 3

Wie erstaunlich ist es zu hören, dass sich ALS-Symptome verbessern lassen!

Normalerweise leitet die Phase des Gewichtsverlustes die Endphase ein. Kein Mediziner kann übrigens erklären, warum sich diese Gewichtsabnahme in der Regel nicht stoppen lässt: Auch wenn der Patient hochkalorische Nahrung zu sich nimmt, so nimmt der Patient in der Regel weiter ab und es kommt zu einem Abbau der Atemhilfsmuskulatur und zu weiteren Atemstörungen.
 
Wie erstaunt war ich heute zu hören, dass das Gewicht des hier beschriebenen Patienten nun schon seit 2 Monaten stabil ist!
Der Mann, der nicht mehr spazieren gehen konnte, macht ausgedehnte Spaziergänge mit den Hunden,
und ging erstmalig zum Circuit-Training ins Sportstudio!
 
Das scheinen mir gute Voraussetzungen für eine Stabilisierung des Krankheitsbildes!
 
Die Feinmotorik der Hände bereitet ihm Schwierigkeiten, insbesondere das Anziehen und Zuknöpfen. So konnte er insbesondere nicht kräftig genug eingreifen, als es zu einer Beißerei seines Schäferhundes mit einem anderen großen Hund an Silvester kam. Es gelang ihm nicht die beiden großen Hunde zu trennen, so dass sein Schäferhund eine große Fleischwunde über dem Auge bekam und er einige Stunden in der Tierklinik verbringen musste.
 
Er verabreicht sich sich täglich einen Liter ALSA (HerbaLux) subcutan in den Oberschenkel. Er will jetzt jeweils 50 ml subcutan in die Unterarme versuchen, um die Feinmotorik zu verbessern.
 
Das ist ein guter Start fürs Neue Jahr!